Enogastronomische Reisewege durch Italien

  



Italiens Küche zählt weltweit zu den beliebtesten überhaupt.
Eine kulinarische Erlebniswelt erwartet Reisende in Italien. Die Küche, die sich in Italien sehr variantenreich zeigt, hat eins gemein: Überall wird mit frischen lokalen Produkten zubereitet. Übrigens ein Grundsatz der Slow-Food-Bewegung, die in Italien in den 80er Jahren als Gegenbewegung zum Fast-Food entstand und deren Zentrum die Universität der gastronomischen Wissenschaften in Pollenzo (Piemont) ist.

 

 

 

Dass Olivenöl, viel Gemüse, und Fisch, sprich die Küche des Mittelmeeres, nicht nur schmeckt, sondern auch gesund ist, hat ihr das Prädikat „Welterbe der UNESCO“ eingebracht. Bei einem Blick auf Italiens Speisekarte sowie in italienische Weinkeller stellt sich schnell heraus, dass die Spezialitäten Italiens ebenso vielschichtig sind wie das Reiseland selbst und somit eine Vielzahl enogastronomischer Reiserouten zu Streifzügen durch Italien einladen.

 

 

 

 

 

 

 

 

  

Dass zu gutem Essen auch ein guter Wein gehört, versteht sich in Italien von selbst, und so werden von Nord nach Süd die unterschiedlichsten Reben angebaut. Kräftige Rotweine, frische Weißweine und spritziger Prosecco, die Weinstraßen Italiens mit ihren Weinkellern sind für viele regelrechte Pilgerziele, für die man einige Etappen einplanen sollte.  Lässt man sich im Bel Paese von kullinarischen Reisewegen inspirieren, steht man schnell vor der Qual der Wahl. Hervorragende Weine, prickelnder Prosecco, hochprozentiger Grappa, Pilz- sowie Trüffelspezialitäten und die weltweit geschätzten luftgetrockneten Schinken setzen mit Prosciutto di Parma oder dem Crudo di San Daniele Maßstäbe.

 


Ein weiterer Höhepunkt unter Italiens Spezialitäten ist das köstliche italienische Olivenöl, das vielen Speisen ihre unverwechselbare Note verleiht. Und weil Olio und Aceto untrennbar zusammengehören, darf hier der - mittlerweile weltberühmte - Aceto Balsamico nicht vergessen werden. Die Heimat des Balsamico ist übrigens Modena, wo die Erfolgsgeschichte dieses das wohlschmeckenden Elixier beginnt.

 

 

 

   

Dazu gesellen sich die unterschiedlichsten Käsesorten, die Gourmets ins Schwärmen geraten lassen. Allen voran der bekannte Parmigiano Reggiano, der in der Emilia-Romgana reift. Der Pecorino, ein pikanter Schafskäse, hat vor allem in der Toskana, Latium, Umbrien, Kampanien und Sardinien eine lange Tradition. In Apulien ist unter zahlreichen Mozzarella-Variationen vor allem die Burrata zu erwähnen, ein cremigsahniger Frischkäse in einer Mozzarella-Hülle. 



 

 

 

Enogastronomische Routen - die Vielfalt Italiens spiegelt sich auch in seinen Spezialitäten wider

Landauf landab finden sich Hinweisschilder, die auf Reisewege im Zeichen von Speise und Trank aufmerksam machen. Namen wie Strada del Tartufo Bianco - Straße des weißen Trüffels, Strada del Culatello, die auf Wurst- und Schinkenspezialitäten am Wegrand hoffen lässt, oder gar die Strada del Riso Vialone, bei der sich der Gedanke auf eine duftende Portion Risotto aufdrängt, lassen die Herzen von Feinschmeckern höher schlagen.

Olio d'Oliva - feinste Olivenöle aus dem sonnigen Italien

Das kulinarische Gesamtbild wird von Reisewegen hin zu den klassischen Anbaugebieten von Olivenöl abgerundet. Sie finden sich vorwiegend in Ligurien, der Toskana, Umbrien und vor allem in Apulien. Die Wahlheimat Friedrich II, Apulien, zählt übrigens zu den größten Olivenölproduzenten innerhalb Italiens, und so führen verschiedene Strade dell´Olio durch die schöne Region im Süden Italiens.

Bacchus als Wegbegleiter - Italiens Weinstraßen

Im Weinland Italien laden zudem zahlreiche Weinstraßen durch Erkundungstouren. Sie schlängeln sich durch malerische Weinberge und führen zu traditionsreichen Weinkellereien. Die wunderbaren Weinanbaugebiete Langhe-Roero und Monferrato im Piemont wurden in 2014 zum UNESCO-Weltkulturerbe ernannt. Vor allem in Apulien, wo herrliche Weine reifen, sind Reiserouten zu den örtlichen Erzeugern gefragter denn je. Und da bekanntlich der Wein in seiner Heimat am besten schmeckt, dürften die Prosecco-Straße in Venetien, die Marsala-Route in Sizilien, die Bardolino-Straße am Gardasee oder die  Strada del Vino Nobile di Montepulciano in der Toskana, um nur einige zu nennen, vor allem Anziehungspunkte für Weinkenner sein.

Weitere Informationen unter:


www.slowfood.com

www.paesionline.it/strade_del_vino/itinerari.asp (Weinstraßen nach Regionen)

www.terreditoscana.regione.toscana.it/stradedelvino/ (Weinstraßen der Toskana)

www.veneto.to/m2-enogastronomici (kulinarische Wege im Veneto)

www.turismofvg.it/Enogastronomia (kulinarische Wege in Friaul Julisch Venetien)


http://strade.emilia-romagna.it/web  (kulinarische Wege Emilia Romagna)

www.franciacorta.net (Franciacorta-Straße)

Schlemmerrouten durch Italien

Italien ist für Liebhaber der guten Küche eines der beliebtesten Länder weltweit und liegt bei deutschen Gästen sogar an Platz 1 bei den kulinarischen Destinationen. Kein Wunder, hat doch kein anderes Land so viele Regionalküchen mit zahlreichen lokalen Produkten wie der Stiefel.

 

Insgesamt  gibt es 299 DOP, IGP und STG-Produkte, also solche mit geschützter Ursprungsbezeichnung oder geschützter geografischer Angabe. Dazu gehören z.B. der Radicchio aus Treviso, der Ricotta Romana oder der San Daniele Schinken. In ganz Italien feiert man zudem je nach Jahreszeit die lokalen Erzeugnisse mit speziellen Märkten, den so genannten sagre, und speziellen Menüs, wie z.B. im Herbst die Trüffel, Kastanien oder Pilze. Für Besucher sind diese Feste eine perfekte Gelegenheit, die traditionellen Lebensmittel und Gerichte kennen zu lernen. Viele der Orte liegen an den so genannten Sentieri del Gusto, also den Schlemmerrouten, wie sie beispielsweise die Straße des San Daniele-Schinkens im Friaul ist. Es gibt monothematische Routen und auch solche, die sich mehreren Spezialitäten der Gegend widmen. www.itinerarinelgusto.it

Neben dem Essen spielt in Italien natürlich auch der Wein eine große Rolle: Rund 150 Weinstraßen, die Strade del Vino, an denen 1.450 Gemeinden und 3.300 Weinkeller beteiligt sind, laden zum Genusswandern und zu Besuchen bei Winzern ein. Ziel ist die Förderung des Weintourismus und des turismo slow, also eines langsamen, nachhaltigen Tourismus, bei dem der Reisende sich Zeit nimmt, einen ganzheitlichen Eindruck des Reiseziels zu erhalten, in dem er die Verbindung von Landschaft, Kultur und Tradition in Kontakt mit den Einheimischen kennenlernt. 

Die Geschichte des Weins in Italien geht rund 2.500 Jahre zurück: die ersten Reben sollen die Griechen mitgebracht haben, als sie Süditalien besiedelten. Aber auch die Etrusker bauten schon Wein an, und die Römer kultivierten ihn im ganzen römischen Reich. Insgesamt besitzt Italien rund 350 verschiedene Rebsorten, 330 davon sind autochthon, werden also seit Jahrhunderten nur in begrenzten Gebieten angebaut, wie z.B. der Prosecco, der Montepulciano oder der Cannonau. 523 Weine tragen eins der Qualitäts-Gütesiegel DOCG, DOC oder IGT. Ein besonderes Highlight für Einheimische und Gäste sind die vielen Weinfeste die von Nord- bis Süditalien gefeiert werden. Eines der bekanntesten ist das in Bardolino am Gardasee, das seit fast 90 Jahren stattfindet. Hier findet man nicht nur den gleichnamigen Wein, sondern auch den Valpolicella, Soave oder Custoza, deren Anbaugebiete man auf den entsprechenden Weinstraßen kennenlernen kann. Ebenfalls seit 30 Jahren etabliert ist das Fest Mangialonga in La Morra, im Gebiet der Langhe e Roero im Piemont, das aufgrund des Weinanbaus zum UNESCO-Weltnaturerbe gehört. Hier kommt der geschätzte Barolo her, aber auch der Nebbiolo und der Barbera. Besucher können auf 4 Kilometern durch die Weinberge spazieren und erhalten mit einem Pass überall Weinproben. Schöne Initiativen veranstaltet auch der Verein Movimento Turismo del Vino, in dem 1000 Winzer Mitglied sind. Jedes Jahr  am letzten Mai-Wochenende laden die Winzer nationalweit zu den „Cantine Aperte“, den offenen Weinkellern und im  August folgt die ebenfalls beliebte Veranstaltung der „Calici di Stelle“, bei der die Weingüter mit Musik und anderen Kulturdarbietungen zur Weinprobe im Freien einladen.  www.movimentoturismovino.it

Das Thema Kulinarik spielt in Italien eine sehr große Rolle und ist untrennbar mit der Identität und Kultur des Landes verbunden. Italiens Küche ist eine wichtige Botschafterin des „Made in Italy“ in der Welt, worauf die jährlich stattfindende  Settimana della Cucina Italiana nel Mondo aufmerksam macht. In der Woche der Italienischen Küche in der Welt, wie die Initiative auf Deutsch heißt, finden jedes Jahr im November mehr als 1.000 Events in über 100 Ländern statt, die den Gästen durch Vorträge, Degustationen, Workshops und vielem mehr die echte Cucina Italiana näher bringen.
www.trueitaliantaste.com