Ausstellung Viva Venezia! im Wiener Belvedere

Anton Romako, Mädchen an einem Fenster zum Markusplatz, Tauben fütternd, um 1875 © Belvedere Wien


Unter dem Titel Viva Venezia! Die Erfindung Venedigs im 19. Jahrhundert widmet sich ab 17. Februar eine Ausstellung im Unteren Belvedere in Wien dem Mythos der Lagunenstadt.

 


In der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts bis zum Jahr 1866 waren Venedig und Venetien Teil der Habsburgermonarchie. Lange Zeit blickten die Österreicher:innen sehnsüchtig Richtung Süden auf die Lagunenstadt. Hier glaubte man Unbeschwertheit und einfaches Leben zu finden; die vom Meer geprägte Landschaft; die Loslösung von der bürgerlichen Enge im eigenen Land. In drei thematischen Kapiteln begibt sich die Ausstellung auf die Spuren dieser Inszenierung eines Traums.


Der erste Teil beleuchtet die Historienmalerei des 19. Jahrhunderts: Österreichische und italienische Künstler:innen hielten Episoden aus der ruhmreichen tausendjährigen Geschichte Venedigs in opulenten Darstellungen fest. Besonderes Beispiel dafür ist das über zehn Meter lange Gemälde von Hans Makart Huldigung der Caterina Cornaro – wegen seines ungewöhnlichen Formats nur selten zu sehen, ist es eine der besonderen Attraktionen der Schau. Der zweite Teil wendet sich der engen historischen Verbindung der Stadt mit Österreich zu. Aufgrund der geografischen Nähe hielten sich österreichische Künstler:innen wie etwa Antonietta Brandeis, Leopold Carl Müller, Carl Schuch oder August von Pettenkofen über längere Zeiträume in der Stadt auf. Sie widmeten sich der Wiedergabe signifikanter Stadtansichten, schufen prachtvolle Panoramadarstellungen der Lagune und beleuchteten anekdotisch und detailreich das bunte Leben in den Straßen und Gassen der Stadt. Und schließlich wird im dritten Abschnitt Venedig als Sehnsuchtsort beleuchtet – jener Mythos, der die Stadt seit dem beginnenden 19. Jahrhundert bis heute prägt. Maler:innen und vor allem auch Literat:innen aus Europa und den USA gaben sich der Magie, aber auch der Melancholie der Stadt hin; bis heute sehen manche in Venedig eine Metapher für „Sterben in Schönheit“.


Die Ausstellung wird von der Italienischen Zentrale für Tourismus ENIT Wien als Sponsor unterstützt.


17. Februar 2022 - 4. September 2022

 

Belvedere Museum Wien | Viva Venezia!