Matera – Kulturhauptstadt Europas 2019

Die süditalienische Stadt Matera in der Region Basilikata trägt 2019 den Titel „Kulturhauptstadt Europas“ und erwartet ihre Gäste mit einem umfangreichen Programm aus Kultur, Kunst, Architektur, Design und Wissenschaft. Am 19. Januar wird das Kulturhauptstadtjahr mit einem feierlichen Festakt eröffnet, bei dem sich getreu dem Motto „Together“ und „Open Future“ rund 2.000 Musiker aus 54 Bands ehemaliger europäischer Kulturhauptstädte und der Basilikata musizierend durch die Region auf Matera zubewegen, wo sie durch die Straßen und sogar in die Gravina-Schlucht ziehen. Auf den Plätzen der Stadt schließen sich die Musiker mit den Bürgern zusammen, um gemeinsam zu feiern und bis in den Abend Musik zu machen. Um 19 Uhr wird der italienische Präsident die Eröffnungsrede halten, die live im italienischen Fernsehen RAI übertragen wird. 

 

Ein abwechslungsreicher Veranstaltungskalender mit Konzerten, Ausstellungen und Festivals gehört zu Matera2019: Motto des Programms ist „Together“ und „Open Future“, da die Idee darin besteht, zahlreiche Mitwirkende aus der Stadt, der Region, aus Italien und Europa zusammen zu bringen, um durch die Kultur gemeinsam eine offene, facettenreiche Zukunft zu gestalten. Das Programm zieht sich über 48 Wochen und umfasst rund 60 Projekte, darunter 4 große Ausstellungen (“Ars Excavandi”, “Renaissance seen from the South”, “The poetics of prime numbers”, “Stratigraphy. Anthropocene Observatory”) genauso wie die Open Design School Matera, ein internationales Labor für interdisziplinäres Experimentieren, eine Plattform, die das Hauptmerkmal des Kulturprogramms Matera2019 sein wird. Ziel ist es, die für Matera2019 notwendige Infrastruktur und einen kontinuierlichen kreativen Austausch zwischen Kunst, Wissenschaft und Technologie zu schaffen. https://ods.matera-basilicata2019.it/en/ 

 

Matera beeindruckt vor allem mit ihren jahrtausendealten Felsenkirchen und den Sassi, in den Fels geschlagene Höhlen, die bis in die 1950er Jahre bewohnt waren. 1993 wurden die Sassi von Matera in die  Weltkulturerbeliste der UNESCO aufgenommen. 

 

Die lukanische Stadt ist eine der ältesten Italiens und ein Spaziergang durch das historische Zentrum ist wie eine Reise in die Vergangenheit. Nicht ohne Grund wurden hier Filme wie „Die Passion Christi“ von Mel Gibson und „Das 1. Evangelium nach Matthäus“ von Pier Paolo Pasolini gedreht. 

 

Die Felshöhlen kann man besichtigen und sich so einen Eindruck vom einfachen Leben der Bevölkerung machen wie es Carlo Levi in seinem Roman „Christus kam nur bis Eboli“ beschrieben hat. Auch die Chiese Ruprestre, die Felskirchen, mit ihren Jahrhunderte alten Fresken legen Zeugnis von frühchristlichen Zeremonien ab. Der Parco Archeologico Storico Naturale della Murgia e delle Chiese Rupestri del Materano (Archäologisch-Historischer Naturpark der Murgia und der Felsenkirchen von Matera), ein Freilichtmuseum auf einer  Fläche von 8000 Hektar, bietet einen Einblick in die Jahrtausende alte Menschheitsgeschichte. Heute befinden sich in den restaurierten Sassi Restaurants, Bars und Hotels, die einen ganz besonderen Charme versprühen.